Ob Jena, Apolda oder Magdala
– Rechts rockt nicht! –
Aufruf zur Unterstützung des Protests gegen das Neonazi-Musikfestival bei Jena

An nunmehr zwei Tagen planen die extrem rechten Organisatoren die Wiederholung des in Mattstedt kurzfristig verbotenen Rechtsrock-Festivals. Unter anderem plant das Bürgerbündnis Buntes Weimarer Land am 05. und 06. Oktober ein vielfältiges Programm, um das neonazistische Hass-Festival nicht unwidersprochen zu lassen. Unter dem Namen „Rock gegen Überfremdung, Grenzschutz jetzt!!!“ fanden die ersten beiden Auflagen der demokratiefeindlichen Veranstaltung im südthüringischen Themar und in Kirchheim statt. Vielfältiger und kreativer zivilgesellschaftlicher Protest führte dazu, dass die Organisatoren das angemietete Gelände in Themar vorerst aufgeben mussten.

Der Kreis der Organisatoren setzt sich aus langjährigen, tief in der extrem rechten Szene verankerten Kadern zusammen. Es bestehen beste Verbindungen zur Thüringer NPD, zum Umfeld des ehemaligen „Thüringer Heimatschutzes“ und zu NSU-UnterstützerInnen, zu Freien Kameradschaften, zu den verurteilten Angreifern des Ballstädt-Prozesses, der extrem rechten Gruppierung „Turonen/Garde 20“ und damit auch zu aktiven neonazistischen Kampfgruppen unter dem Label „Combat 18“.

Musik dient im Kontext dieses Rechtsrock-Festivals als Medium für rassistische, menschen- und demokratiefeindliche Ideologie, dient zum Austausch innerhalb der extrem rechten Szene und vereinfacht den Einstieg. Außerdem ist sie finanzielle Einnahmequelle für Neonazis. Zeit einer solchen Veranstaltung den sprichwörtlichen Stecker zu ziehen.
Der Jenaer Runde Tisch für Demokratie rief daher alle Jenaerinnen und Jenaer auf, sich gegen die menschen- und demokratieverachtende Ideologie beim abgesagten Festival in Mattstedt einzusetzen und für die Werte einer solidarischen, freien und demokratischen Gesellschaft gleichwertiger Menschen einzutreten.

Hiermit wird dieser Aufruf erneuert: Beteiligen Sie sich an den geplanten Protesten gegen das Neonazi-Musikfestival am 05./06.10.18 in Apolda und Magdala, knüpfen sie damit an die in Jena erzielten Erfolge des zivilgesellschaftlichen Engagements gegen das frühere „Fest der Völker“ an.

Aktuelle Informationen zu den geplanten Protesten erhalten sie unter: https://www.facebook.com/wirfuerapolda/ oder bei www.kokont-jena.de

Jena, 01.10.18

Unterzeichnende:
S. Neuß, P. Scharffenberg, M. Förster, H. Zeil für den Beraterkreis des Runder Tisch für Demokratie

Sebastian Krieg – Bündnis gegen Rechtsextremismus Eisenach


Möchten Sie den Aufruf unterstützen? Dann schreiben Sie eine E-Mail mit ihrem Namen an kokont@t-online.de