Informationen zur Ausstellung – Worum geht es eigentlich?

Jugendkulturen bieten jungen Menschen einen Raum zum Ausdruck von Zugehörigkeit. In ihnen werden Freundschaften geknüpft und Fähigkeiten geübt, die Menschen oft ein Leben lang prägen. Jugendkulturen sind aber auch nicht frei von bewusster und unbewusster Diskriminierung. Jugendliche bemerken schnell, wenn der Ton in den Sozialen Medien verroht oder sich Einzelne oder Gruppen jugendkulturelle Elemente aneignen, um darüber Hass zu verbreiten. Junge Menschen können davon beeinflusst werden, sie können aber auch Gate Keeper ihrer Kulturen sein, die sich selbst gegen Diskriminierung engagieren und dafür einstehen, dass alle Menschen in der Gesellschaft Respekt erfahren.

Die Wanderausstellung „Der z/weite Blick“ lädt als Impulsgeber für Jugendliche und Erwachsene dazu ein, Vielfalt, aber auch die Ambivalenzen in Jugendkulturen und Mainstream kennenzulernen und den eigenen Blick zu weiten.

Die Ausstellung thematisiert Rechtsextremismus, Rechtspopulismus, Grauzonen, Antisemitismus, Exotismus, Rassismus, Antiziganismus, Antimuslimischen Rassismus, Sexismus, Homo- und Transfeindlichkeit und Social Media/ Hate Speech in Jugendkulturen wie Hardcore, Punk, HipHop, Gaming, Manga, Anime, Comic, Techno, Skateboarding oder Skinheads, aber auch im Mainstream.

Zielgruppe: Jugendliche ab 12 Jahren und Erwachsene

Hier geht es zur Homepage der Ausstellung.

Den Flyer zur Veranstaltung kannst du hier downloaden.


Ausstellungszeiten und Programm

Informationen zum geplanten Begleitprogramm an den einzelnen Standorten erhältst du auf den jeweiligen Webseiten oder auf Facebook.

26.08.18, 11.00   | Eröffnung beim Copa Courage 2018 am KuBuS Jena
27.08. – 31.08.18 | IGS „Grete Unrein“ Jena | August-Bebel-Straße 1
03.09. – 07.09.18 | JZ Hugo | Hugo-Schrade-Strasse 51
10.09. – 14.09.18 | AWO JZ Eastside | Marie-Juchacz-Strasse 1a
17.09. – 21.09.18 | JZ Treffpunkt | Erlanger Allee 114
24.09. – 28.09.18 | JZ Polaris | Camburger Str. 65
01.10. – 05.10.18 | JG Stadtmitte | Johannisstrasse 14

 


Pressemitteilung

„Jugendkultur? Klar, kenn‘ ich!“ – Oder eben doch nicht? Es gibt viele Möglichkeiten, das eigene Lebensgefühl auszudrücken: Hip-Hop, Skateboarding, Techno oder Punk sind als Jugendkulturen etabliert. Daneben gibt es aber auch viele andere Stile, teils weniger bekannte wie Cosplay oder Hijabistas, und nicht zuletzt den sogenannten Mainstream mit seinen Spielarten, der ebenfalls Teil von Jugendkultur ist.

 
Die Ausstellung „Der z/weite Blick“ informiert anschaulich und unterhaltsam über aktuelle Jugendkulturen. Sie wird ab dem 25. August in den Jenaer Jugendzentren Hugo, Eastside, Treffpunkt, Polaris, JG Stadtmitte und an der IGS „Grete Unrein“, in Zusammenarbeit Koordinierungs- und Kontaktstelle (KoKont) ausgestellt.

Unterstützt wird das Projekt durch das Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen, Jugend im Rahmen des Bundesprogramms „Demokratie leben!“ sowie durch das Landesprogramm „denk bunt“.

„Alles Schlampen außer Mutti?“ Die Sprache im HipHop ist oft plakativ – nicht selten aber auch abwertend oder sexistisch. Auch im Mainstream wimmelt es von Rollenklischees und schablonenhaften Vermarktungen. Jugendkultur ist oft nicht nur cool – sondern auch diskriminierend. Ein Beispiel ist Frauenfeindlichkeit im männerdominierten HipHop oder in der Skater-Szene. Jungs aus der eher sanfteren Emo-Szene wiederum werden häufig abwertend als „schwul“ oder als „Mädchen“ bezeichnet.

„Ob Rassismus, Antisemitismus, Sexismus oder Homophobie – so sollen Jugendlichen, aber auch Eltern und Lehrern einen Einblick in die Problembereiche von Jugendkulturen bekommen.

Berliner Verein als Ausstellungsmacher

Dieser Fokus der Ausstellungsmacher vom Berliner Verein „Archiv der Jugendkulturen“ macht die Ausstellung besonders interessant. Es lohnt sich also unbedingt ein zweiter Blick.

Ideologisch geprägte Gruppen wie die Identitären oder auch der Bozkurt-Rap, eignen sich jugendkulturelle Elemente an, um darüber Hass zu verbreiten. Und in Konzerten von Bands aus der Grauzone, bis hin zum Rechtsrock, bleiben fragwürdige Texte und Posen oftmals ohne Widerspruch. Junge Menschen können davon beeinflusst und geprägt werden. Andererseits bemerken Jugendliche aber schnell, wenn der Ton beispielsweise in den sozialen Medien verroht. „Be cool – don’t hate“: Sich wappnen gegen Hate Speech und Formen gruppenbezogener Menschenfeindlichkeit, aber wie? Auch dazu gibt die Ausstellung Hinweise und zeigt Lifestyle-Protagonisten, wie „Riot Grrrls“ oder „Queers“.


Ausschluss

Die Veranstaltenden behalten sich vor, von ihrem Hausrecht Gebrauch zu machen und Personen, die antidemokratischen und extrem rechten Parteien oder Organisationen angehören, die der extrem rechten Szene zuzuordnen sind oder durch rassistische, nationalistische, antisemitische oder sonstige menschenverachtende Äußerungen in Erscheinung treten, den Zutritt zur Veranstaltung zu verwehren oder von dieser auszuschließen.