Veranstaltungshinweis

Fünf Jahre nach der Selbstenttarnung.

Bei der Podiumsdiskussion im Theaterhaus Jena werden am Samstag, den 3.12., um 20:00 Uhr, Erfolge und Blockaden der Aufarbeitung des NSU-Komplexes diskutiert. Auf dem Podium sitzen: die Vorsitzende des NSU-Untersuchungsausschusses im Thüringer Landtag Dorothea Marx (SPD), ein*e Vertreter*in von NSU-Watch Hessen und Kutlu Yurtseven, aktiv in der Initiative „Keupstraße ist überall“. Schließlich wird das Projekt NSU-Tribunal vorgestellt, welches die Perspektiven der Betroffenen in den Mittelpunkt stellt und im Mai 2017 im Schauspiel Köln stattfindet. Der Eintritt ist frei. Tribunal „NSU-Komplex auflösen“ & Theaterhaus Jena

Jena. – Mehr als fünf Jahre sind vergangen, seit der „Nationalsozialistische Untergrund“ (NSU) einer breiteren Öffentlichkeit bekannt wurde. Die extrem rechte Terrorgruppe, deren Kernmitglieder aus Jena stammen, ermordete seit ihrem Untertauchen 1998 mindestens zehn Menschen und verübte mehrere Bombenanschläge, u.a. in der Keupstraße in Köln. Die vom NSU-Terror betroffenen Migrantinnen und Migranten wiesen schon früh auf Rassismus als Tatmotiv hin. Im Zuge von polizeilichen Ermittlungen wurden sie und ihr familiäres Umfeld jedoch selbst zu Verdächtigen gemacht. In vielen Medien wurde die Mordserie stereotyp als „Döner-Morde“ beschrieben.

Fünf Jahre danach stellt sich die Frage nach dem Stand der politischen Aufklärung. Parlamentarische Untersuchungsausschüsse wurden eingerichtet, besonders der Ausschuss des Thüringischen Landtags setzt immer wieder wichtige Impulse. Gleichzeitig wird eine vollständige Aufklärung blockiert, denn sensible Akten wurden vernichtet und die Angehörigen der Opfer werden immer noch nicht ausreichend gehört, zum Beispiel im Prozess vor dem Gericht in München.

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