Vor 78 Jahren brannten in der Nacht vom 9. November in ganz Deutschland unzählige Synagogen. Damit begann eine in der Weltgeschichte beispiellose millionenfache Verfolgung, Entrechtung und systematische Ermordung von Jüdinnen und Juden, Sinti und Roma, Menschen mit Behinderung, Homosexuellen und politisch Andersdenkenden.

Auch in diesem Jahr wird in der Stadt Jena am 09.11.2016 an verschiedenen Orten erinnert und gemahnt. Der Arbeitskreis Sprechende Vergangenheit lädt um 15.00 Uhr zum Lebendigen Erinnern an die 21 verschiedenen Plätze in der Stadt, an denen sich die 40 Stolpersteine befinden. An diesen Stolpersteinen wird den Menschen gedacht, die auf so tragische Weise ihr Leben verloren haben.

Im direkten Anschluss wird es um 16.30 Uhr ein Friedens- und Fürbittgebet an der Stadtkirche geben. Um 17.00 Uhr werden auf dem Marktplatz die Namen der ermordeten Jenaer Jüdinnen und Juden verlesen und an die Menschen erinnert. Im direkten Anschluss führt um 17.30 Uhr ein Mahngang vom Marktplatz auf den Vorplatz des Westbahnhofs, wo die Stadt Jena zur Kranzniederlegung einlädt. Gemeinsam mit der jüdischen Gemeinde Jenas findet ab 18 Uhr das Gedenken an die deportierten Jüdinnen und Juden statt, das Kaddish gesprochen wird. Die Ansprache in der Gedenkstunde wird Prof. Dr. Christopher Spehr halten. Im Anschluss, um 19.30 Uhr, wird es im Rathaus einen Vortrag von Constanze Mann unter dem Titel: „Die Zwangsausweisung Jenaer Juden nach Polen im Oktober 1938“ geben.

Unterstützt werden die Gedenkveranstaltungen in Jena auch von der JG-Stadtmitte. Unter dem Motto ERINNERN. MAHNEN. HANDELN.“ rufen sie die Jenaer Bevölkerung auf, sich an den Gedenkveranstaltungen am 9. November zu beteiligen.