Ein vielfältiges, diskriminierungsfreies und offenes Jena für alle!

Stellungnahme zu muslimfeindlichen Brief-Einwürfen – Aufruf zur Solidarität mit den Betroffenen!

In den vergangenen Monaten wurden in den Stadtteilen Jena-Lobeda und Jena-Winzerla wiederholt bei Menschen mit Migrationsbiografie und (scheinbar) muslimischem Hintergrund muslimfeindliche Briefsendungen eingeworfen. Diese reichten von beleidigenden Karikaturen und verbrannten Koranseiten bis hin zu Schlachtteilen von Schweinen.

Sowohl beim AWO Fachdienst für Migration und Integration in Jena als auch bei Kooperationspartner*innen meldeten sich viele Betroffene. Die Menschen sind sehr besorgt, haben Angst um sich und ihre Familien und sind geschockt über den Hass, der ihnen entgegenschlägt. Bereits vorhandene Erfahrungen der Unsicherheit werden durch solche Ereignisse zusätzlich verstärkt und schaffen ein Klima der Angst. Die wiederholte und breite Streuung der Briefsendungen über ganze Straßenzüge ist äußerst besorgniserregend, denn sie spricht für eine gezielte und gute Organisation der Täter*innen. Mit Blick auf den rassistischen Terror der letzten Jahre sorgen sich die Betroffenen zu Recht, dass den Bedrohungen bald gewaltsame Angriffe folgen könnten.

Derart rassistisch […]

Film & Gespräch mit Aysun Bademsoy zu „Spuren – Die Opfer des NSU“ – 20. Oktober 2021 im Jugendzentrum Hugo

In diesem Jahr jährt sich das öffentliche Bekanntwerden des sog. „Nationalistischen Untergrunds“ zum zehnten Mal. Anlässlich dessen möchten wir den Film „Spuren – die Opfer des NSU“ an drei verschiedenen Orten der Region, zusammen mit der Regisseurin Aysun Bademsoy, zeigen. Jeweils um 18:00 Uhr wird er am 18.10. in Eisenberg in der Stadtbibliothek, am 19.10. in Kahla im Demokratieladen und am 20.10. in Jena im Jugendzentrum Hugo vorgeführt.

Der Film der türkischstämmigen Regisseurin Aysun Bademsoy zeigt die Perspektive der Angehörigen von Mehmet Kubaşık, Halit Yozgat und Enver Şimşek, drei der zehn Mordopfer des NSU.

Die Familien der Opfer wurden zunächst selbst in den Ermittlungen verdächtigt und schließlich von milden Strafen für die Mitangeklagten und ungeklärten Fragen im Prozess desillusioniert. Eindrucksvoll schildern die Angehörigen von ihren Erfahrungen und auch Expertinnen erzählen von den Widersprüchen im Vorgehen der Behörden vor und nach der Selbstenttarnung.

Welche Spuren die Taten und die mangelnde Aufklärung bei den Angehörigen […]

Preisträger*innen des 20. Jenaer Preis für Zivilcourage und des Charlotte-Figulla-Preis 2021

Den 20. Jenaer Preis für Zivilcourage erhielt in diesem Jahr Dr. Susanne Kirchmeyer. Ende April 2021 waren erstmals Abbildungen in Privatbriefkästen im Stadtteil Winzerla eingeworfen worden, die antimuslimischen Rassismus zum Ausdruck bringen, darunter eine angebrannte Koranseite. Dr. Susanne Kirchmeyer wurde dafür ausgezeichnet, sich für die von den antimuslimischen Einwürfen Betroffenen eingesetzt zu haben, die sie bestärkt und sie dazu ermutigt hat, nicht darüber zu schweigen.

Dr. Susanne Kirchmeyer hatte zivilcouragiert gehandelt, indem sie eine betroffene Familie beraten und das Stadtteilbüro Winzerla über den Vorfall in Kenntnis gesetzt hatte. Sie hatte die Betroffenen auch beim Erstatten einer Anzeige unterstützt.

Die Laudatio hielt Friederike Costa, Pastorin der Evangelisch-Lutherischen Kirchengemeinde Dietrich-Bonhoeffer im Stadtteil Winzerla.

Der mit 1.000 € dotierte Preis wurde in diesem Jahr von Christian Otto Grötsch, Gründer und Geschäftsführer der Digitalagentur dotSource GmbH gestiftet.

 

Charlotte-Figulla-Preis 2021

Zusammen mit dem Jenaer Preis für Zivilcourage wurde der thüringenweite Schüler- und Jugendwettbewerb Charlotte-Figulla-Preis verliehen. In diesem Jahr stand der […]

#StolenMemory: Eröffnung der deutsch-polnischen Wanderausstellung in Jena

„Am 6. Oktober eröffnen die Arolsen Archives in Jena gemeinsam mit dem U.S.- amerikanischen Generalkonsul aus Leipzig und dem Oberbürgermeister der Stadt Jena den neuen internationalen #StolenMemory Ausstellungscontainer. Im Mittelpunkt der Wanderausstellung, die durch Deutschland und Polen reisen wird, steht der letzte Besitz von KZ-Häftlingen und die Frage, wie es heute noch gelingt, diese sogenannten Effekten an die Familien der Opfer zurückzugeben.“

Die komplette Pressemitteilung kann hier gelesen werden.

Des Weiteren gibt es Informationen auf der Arolsen Archives Seite oder der Seite von #StolenMemory.

Einladung und Tagesordnung des 3. Runden Tisch für Demokratie 2021 am 04.10.2021 – 17-19 Uhr

Sehr geehrte Damen und Herren, liebe Engagierte,

wir möchten Sie herzlich zum 3. Runden Tisch für Demokratie in diesem Jahr einladen und daran erinnern, dass dieser am Montag, dem 04.10.2021 von 17:00 bis 19:00 Uhr in Präsenz in der Rathausdiele, Markt 1 stattfindet. Die Einladung finden Sie hier: Einladung und Tagesordnung RunderTisch.

Bitte beachten Sie: Um die nach den derzeitigen Bestimmungen zur Eindämmung von SARS-CoV-2 geltenden Abstandsregelung umsetzen können, sind wir gezwungen, die Teilnehmer*innenzahl auf 30 Personen zu begrenzen. Deshalb bitten wir diejenigen, die eine Struktur/ Organisation vertreten, einen, maximal zwei Vertreter*innen zu schicken, damit möglichst viele Strukturen an der Sitzung teilnehmen können. Die Teilnehmenden werden in der Reihenfolge ihrer Ankunft und bis zur Kapazitätsgrenze eingelassen.

Wir freuen uns auf Ihre Teilnahme!

 

Stadtteilrundgang „NSU-Komplex – rechter Terror aus Jena“

Gemeinsam mit NSU-Komplex auflösen Jena haben wir am vergangenen Sonntag in Jena Winzerla zum Stadtteilrundgang „NSU-Komplex – rechter Terror aus Jena“ eingeladen.

Auf verschiedenen Stationen im Stadtteil haben wir uns unter anderem zur Sozialgeschichte des Stadtteils, akzeptierender Jugendsozialarbeit und Angsträumen die durch rechte Präsenz und Gewalt entstehen, ausgetauscht. Im Mittelpunkt stand dabei immer die Frage, welche gesellschaftliche Verantwortung aus den Taten des NSU-Komplex folgt.

Zum Abschluss wurden an der Gedenkplakette für das erste bekannte Opfer des NSU, Enver Şimşek, Blumen niedergelegt und der Opfer des NSU gedacht.

Die Aufarbeitung des NSU-Komplex ist eine Aufgabe, die uns auch in Zukunft weiter beschäftigen wird. Ein Teil davon ist es den Enver-Şimşek-Platz zu einem lebendigen […]

Antwort auf Stadtratsanfrage zu rassistischen, antisemitischen und islamfeindlichen Vorfällen

Anlässlich der antimuslimischen Postwurfsendungen hatte der Stadtrat Philipp Gliesing bei der Stadtratssitzung im Juli 2021 eine Anfrage zu rassistischen, antisemitischen und islamfeindlichen Vorfällen im Stadtgebiet gestellt. Diese wurde mittlerweile beantwortet:

Antwort auf SR-Anfrage zu rassistischen, antisemitischen und islamfeindlichen Vorfällen

3. Runder Tisch für Demokratie 2021

Wir möchten Sie zum 3. Runden Tisch für Demokratie in diesem Jahr herzlich einladen.

Dieser findet am Montag, dem 04.10.2021 von 17:00 – 19:00 Uhr als voraussichtlich in Präsenz-Format in der Rathausdiele, Markt 1 statt.

Eine Tagesordnung der Sitzung wird rechtzeitig vor der Sitzung hier veröffentlicht.

19.09.2021, 15:00 Uhr: Stadtteilrundgang zum Thema „NSU-Komplex – rechter Terror aus Jena“

Seit vergangenem Jahr erinnert in Jena Winzerla der Enver-Şimşek-Platz an die Opfer des Nationalsozialistischen Untergrund (NSU). Enver Şimşek ist das erste bekannte Mordopfer des NSU. Am 11. September jährt sich sein Todestag zum 21. Mal. Der Platz in Winzerla hat eine besondere symbolische Bedeutung, denn die Kernmitglieder des NSU kamen aus Jena und wuchsen unter anderem in Winzerla auf.
Gemeinsam mit NSU-Komplex auflösen Jena werden wir in einem Stadtteilrundgang durch Winzerla das städtische Klima der 1990er, rechte Übergriffe und die akzeptierende Jugendarbeit am „Ort des Geschehens“ erkunden. Wie sah Winzerla damals, wie sieht es heute aus? Welche Kontinuitäten rechter Präsenz im Stadtteil gibt es? Und welche Fortschritte macht ein städtisches Gedenken an die Mordopfer des NSU-Komplexes?

Ort: Enver-Şimşek-Platz

Zeit: 19.09.2021, 15:00 Uhr

KoKont Jena in Kooperation mit NSU-Komplex auflösen Jena

Anmeldung bis zum 13.09. an buero@kokont-jena.de oder 03641/236606

Wider das Vergessen: Erinnerung und Mahnung an die Bücherverbrennung 1933

Am 26. August 1933 kam es, wie in vielen anderen deutschen Städten auch in Jena zu einer Bücherverbrennung. Zum Anlass des ersten Jahrestages der nationalsozialistischen Landesregierung in Thüringen führten die Hitlerjugend und die gewerkschaftsähnliche „Nationalsozialistische Betriebszellenorganisation“ die Bücherverbrennung auf dem städtischen Marktplatz durch. Welche Werke genau den Flammen vor Ort zum Opfer fielen, ist heute nicht mehr rekonstruierbar. Es existierten jedoch Listen, welche die damals verbotene Literatur auswiesen und vielerorts die Grundlage für die systematische Vernichtung der Bücher bildeten.

Bereits am 10. Mai 1933 ereignete sich unter der Führung des Nationalsozialistischen Deutschen Studentenbundes die Bücherverbrennung in vielen der 90 anderen Städte. Nach der Ernennung Hitlers zum Reichskanzler und der damit einhergehenden sog. „Machtergreifung“ rief die von nationalistischen und antisemitischen Kräften dominierte Deutsche Studentenschaft zur „Aktion wider den undeutschen Geist“ auf. Die vierwöchige Propaganda-Aktion endete mit der Bücherverbrennung und markierte den Beginn der systematischen Verfolgung jüdischer, marxistischer, pazifistischer und weiterer oppositioneller oder […]